Ein Kind erhält bei der Geburt einen Milchnamen - dieser wird entweder von mindestens einem Elter oder, sofern kein Elter verfügbar ist, von einer anderen zuständigen Person vergeben. Diese Namen sind zwar tendenziell eher kurz (maximal zwei Silben) und enden oft auf die Dimminutiv-Endungen -i bzw. -ii, aber nicht immer. Oft drücken Milchnamen Wünsche und Segen für das Leben eines Kindes aus, oder hängen mit Gottheiten zusammen.
Ein Beispiel dafür ist der Name, den Namalenia Elsett ihrem Kind gibt: „Eirisi“ beispielsweise ist „ein zarter Windhauch“. „Eirens“ die Gottheit der Winde zwischen den Welten. „Winde zwischen den Welten“ weist sowohl auf Paralleldimensionen / entfernte Planeten hin, als auch auf die Trennung zwischen der Welt der Lebenden und der Totenwelt, die nicht erreicht werden kann, da starke Winde eine Barriere bilden.
Es sagt viel über die Wünsche des Elters für das Kind aus, es ausgerechnet nach dieser Gottheit zu benennen. „Möge dieser zarte Windhauch leben und zu einem Sturm anwachsen, der die Welt(en) zu verändern vermag.“
Kinder ab sechs wählen sich ihre Namen selbst. Es gibt eigentlich drei Anlässe, bei denen dem Kind der Namenswechsel explizit angeboten wird. Erwachsene können ihre Namen zwar ebenfalls jederzeit ändern (lassen), das kommt aber gar nicht mal so häufig vor und ist aufgrund dessen, dass Erwachsene irgendwann mehr Dokumente anhäufen, auch mit Gebühren verbunden. (Die sind niedrig, aber eben nicht 0.)
Die erste Namenszeremonie, bei der das Kind verkündet, welchen Namen es tragen will, geschieht mit sechs Jahren. Warum genau dann? Weil Kinder mit fünf die Buchstaben erlernen. Fünf ist eine der göttlichen Zahlen der erytanischen Kultur und die Buchstaben gelten als „von den Gottheiten gegeben“, also ist das das Alter, in dem sie erlernt werden.
Es heißt, sobald ein Kind die Buchstaben gelernt hat, hat es auch die notwendige Reife, um sich für einen Namen zu entscheiden.
Manche Kinder geben sich in dieser Zeit kindlich-alberne Namen. Das wird von der Gesellschaft neutral betrachtet - das Kind entscheidet ganz allein, Punkt.
Dabei kann sowohl die Entscheidung, den Milchnamen für eine weitere Namensperiode (bis zum zwölften Geburtstag) zu behalten, als auch, ihn zu ändern, sehr viel über eine Person verraten. Marlius Larsintri hat sich in diesem Alter nach der Gründerin Erytans benannt, dabei gleichzeitig kundgetan, keine Prinzessin, sondern ein Prinz zu sein und im Übrigen auf den Thron zu verzichten. Alles davon hätte er noch mit 12/18 ändern können, wenn er gewollt hätte.
Der zweite Namenswechsel erfolgt mit zwölf - das hat mehrere Gründe. Historisch ist es eigentlich entstanden, weil Setenope Larsintri in diesem Alter gekrönt wurde und bei der Krönung den Namen „Setenope“ angenommen hat, um ihrer Wurzeln zu gedenken. Der Name bedeutet „Schneidet durch Wasser“ und ist eine Anspielung auf die Seefahrt, auf die sie als Oberhaupt des von ihrer Mutter gegründeten Erytan verzichten muss. Gleichzeitig ist dies das Alter, in dem ein Schulwechsel erfolgt - Adelige wechseln von der Kinderinsel auf die Insel der Jugendlichgen, Bürgerliche gehen auf eine andere Schule.
Der dritte kostenlose Namenswechsel erfolgt entweder mit achtzehn oder - bei Adeligen - mit dem Schulabschluss, je nachdem, was zuerst eintritt. Bei diesem Namenswechsel werden auch einige weitere Dokumente ausgehändigt, die bei folgenden Namenswechseln gegen eine kleine Gebühr im Spatzenbereich geändert werden können.